Apifonica, zu dem auch Tenios gehört, und Uztelecom werden gemeinsam ein Voice AI Centre in Usbekistan aufbauen. Die AI Agent Plattform von Apifonica – dieselbe Plattform, auf der auch Tenios läuft – wird auf der Infrastruktur von Uztelecom implementiert. Die darauf aufbauenden Sprachdienste sollen später dem gesamten Markt zur Verfügung stehen. Angekündigt wurde das Projekt am 23. September auf dem Forum des Betreibers “Artificial Intelligence – Infrastructure for the Business of the Future” im Rahmen der ICT Week Uzbekistan 2026.
Künstliche Intelligenz ist kein Experimentierfeld mehr. Laut McKinsey setzen weltweit bereits 88 Prozent der Unternehmen auf KI, und der Cloud-Markt wuchs 2026 in einem einzigen Quartal auf 143 Milliarden US-Dollar – mehr als im gesamten Jahr 2020. Uztelecom hat die Grundlage dafür bereits geschaffen: Auf der ICT Week nahm das Unternehmen zwei Rechenzentren in Betrieb, bis Jahresende sind fünf geplant. Alle sind nach Tier III eingestuft, die Daten der Unternehmenskunden bleiben im Land. Das neue Projekt baut auf dieser Grundlage auf.
Was Apifonica und Uztelecom aufbauen
Das Centre wird Teil der digitalen Transformation von Uztelecom. KI soll dem Unternehmen helfen, seinen Kundenservice auf das Niveau internationaler Best Practices zu heben. Der Service für Teilnehmer wird auf KI umgestellt: AI Agents übernehmen den First-Level-Support im größten Contact Center des Landes. Bewährt sich die Lösung im laufenden Betrieb, wird sie Unternehmen angeboten, die Voice Agents dann als Service buchen können.
Denis Shirokii, CEO und Gründer von Apifonica und Tenios, sowie Kristaps Nelsons von Apifonica reisten nach Taschkent, um das Memorandum zu unterzeichnen. Auf dem Forum hielt Nelsons den Vortrag “Wie KI die Customer Experience in Call Centern verändert”.

„Jedes zweite Gespräch mit einem Endkunden wird bereits von künstlicher Intelligenz geführt. Ein AI Agent löst bis zu 65 Prozent aller eingehenden Support-Anfragen selbstständig. Er ruft den Datensatz des Endkunden auf, prüft den Kontostand und nimmt Änderungen vor – das Anliegen ist innerhalb weniger Minuten gelöst”, sagt Nelsons.

Die Apifonica Plattform unterstützt mehr als 150 Sprachen mit automatischer Spracherkennung während des Gesprächs. Bei Unternehmensprojekten kommen in der Regel rund zehn Sprachen zum Einsatz. Ziel ist dabei nicht, menschliche Mitarbeitende zu ersetzen: Laut McKinsey arbeiten weniger erfahrene Mitarbeitende mit einem KI-Assistenten um 34 Prozent produktiver und lösen Anliegen zwei- bis dreimal schneller. Die Routinearbeit übernimmt die Maschine, komplexe Anfragen bleiben bei den Menschen.
